Kissaki Blog

July 14, 2009

Vorurteile vs. Videospiele

Filed under: — Kissaki @ 15:00

Das Wort “Killerspiel” ist nicht definiert und ist daher mit dem Begriff Videospiel zu benennen.

Jugendkultur und eSport:
Videospiele sind längst in der Gesellschaft angelangt.
Neben dem allein-spielen ermöglichen viele das Spielen im Mehrspieler, online oder auf LANs.
Seit mehreren Jahren schon wachsen Kinder, nun bereits Erwachsene, mit diesen Möglichkeiten auf.
Neben dem einfachen Spielen aus Spaß, wann immer man Lust hat, gibt es nun auch bereits seit mehreren Jahren nationale und internationale Wettkämpfe, Matches und Turniere, den eSport.

Dass bei jedem Amoklauf erneut schärfere Gesetze, Verbote usw. gefordert werden, und dass selbst ganz ohne Zusammenhang, ist lachhaft.

Der Schutz der Jugend ist bereits gesetzlich gesichert.
Jedes Spiel wird geprüft und in Altersfreigaben eingestuft. In Deutschland mit einem eigenen System, einem strengeren als im Rest Europas.
Zusätzlich besteht die Möglichkeit der Indizierung.

Auch die Bundeszentrale für politische Bildung gab grünes Licht. Das Jugendamt sagte über ein abgehaltenes Turnier: “Ein Rapkonzert wirkt aggressiver” [spiegel online]

Für das Turnier in Karlsruhe gab auch die CDU grünes Licht. Von seiten des Oberbürgermeisters (CDU), wie auch dessen Partei, die ihn unterstützte. Erst im nachhinein scheinen einige Personen der CDU ihr Parteiprofil um 180° gedreht zu haben. [spiegel online]

In Studien wurde gezeigt:

  • Nur 4 von 7 untersuchten Amokläufern spielten überhaupt regelmäßig gewalthaltige Videospiele. [tu-darmstadt]
  • verbessertes visuelles Erfassen (etwa die letzte die ich gelesen habe: [rochester.edu]
    verbessertes räumliches Vorstellungsvermögen
  • verschiedene Hirnaktivitäten beim zeigen von Bildern realer Gewalt gegenüber Bildern virtueller Gewalt, was durchaus zeigt, dass der Mensch zwischen diesen, selbst auf Gehirn-Ebene, unterscheiden kann
  • nicht die Gewalt, sondern das Spielprinzip wird gemocht, was unterstreicht, dass eher die unter dem Spiel liegenden Wettkampf-Mechanismen den Reiz ausmachen [rochester.edu]
  • es scheint keinen Zusammenhang zwischen Rennspielkonsum und riskanten Fahrweisen zu geben (Studie von Christoph Klimmt im Auftrag der Bundesanstalt für Straßenwesen),
    was auch den genannten Zusammenhang virtueller Gewalt mit Abstumpfung/Bereitschaft zu Gewalt in Frage stellt
  • Auch nach der Studie “Medien und Gewalt” der Bundesregierung ist ein Zusammenhang zwischen Gewaltbereitschaft und der Nutzung von Computerspielen nicht belegt, was ein “erwiesenermaßen” nun wirklich in Frage stellt.

andere Links

eSport Turniere abgesagt – Intel Friday Nights Diskussion (immerhin deutsche Bundesliga im eSport):

  • Bürgermeister von Nürnberg (SPD) kündigte den Mietvertrag
  • ein weiteres Turnier (Warcraft 3 und Counterstrike) sollten in Stuttgardt stattfinden, wurden dort aber aufgekündigt
    • Sollten dann in Karlsruhe stattfinden. Der Bürgermeister hatte sich bei der Bundeszentrale für politische Bildung informiert, welche grünes Licht gab. [ka-news]
    • Nach erbittertem Widerstand, vor allem der CDU, wurde es auch hier abgesagt.

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